Am 01. März starten vier Frauen ihre Ausbildung zur Busfahrerin beim Stadtverkehr und bei der LVG. Nach bestandener Prüfung werden Sie den Kreis der 33 Kolleginnen verstärken. „Dies ist erst der Anfang“, erläutert Gerlinde Zielke Pressesprecherin des Stadtverkehrs. „Unser Ziel ist es, den Anteil der Busfahrerinnen sukzessive immer weiter zu erhöhen“.

 

Damit Frauen sich überhaupt hinter das große Lenkrad trauen, veranstaltete das Verkehrsunternehmen im November vergangenen Jahres einen „Schnuppertag“ für zukünftige Busfahrerinnen. Der Abend war ein Erfolg. 50 Frauen interessierten sich für die Ausbildung und daraufhin gingen 12 Bewerbungen in der Personalabteilung ein. Vier Frauen starten nun ihre Ausbildung. Mit dabei ist auch ein „Quotenmann“.

Am ersten Tag stellt Fahrlehrer Michael Gottsmann die Unternehmen Stadtverkehr und LVG vor und führt durch die Werkstätten. Dann wird es ernst. Die anspruchsvolle Ausbildung umfasst zwei Prüfungen. Zunächst erfolgt der Führerscheinerwerb für die Klasse D mit abschließender Fahrprüfung. Damit anschließend aber auch ein Bus mit Fahrgästen gelenkt werden darf, schließt sich der zweite Teil der Ausbildung für den Erwerb der „Beschleunigten Grundqualifikation“ an. Hinter dem Fachbegriff verbergen sich der umfangreiche theoretische Unterricht und die praktischen Fahrstunden mit dem Fahrschulbus. Auf dem Lehrplan stehen z. B. Unterrichtseinheiten zu technischen Fragestellungen wie z. B. der Fahrphysik oder der Funktion der Bremsanlage und zu gesetzlichen Vorschriften für das Führen von Linienbussen. Aber auch Informationen zur gesunden Ernährung spielen in der Ausbildung eine Rolle. Die Ausbildung und damit der Voraussetzung, dass gewerbliche Personenbeförderung betrieben werden darf, endet mit einer schriftlichen Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer Lübeck.

Der anschließende innerbetriebliche Ausbildungsteil ohne Prüfung umfasst verkehrsunternehmensspezifische Themen. Kenntnisse der Strecken im Liniennetz müssen erworben und betriebliche Abläufe kennengelernt werden, z. B. welche Fahrkartenarten es gibt und wie der Fahrscheindrucker bedient wird. Für alle Fahrzeugtypen muss eine ausführliche Einweisung erfolgen. Ein Gelenkbus ist anders zu handhaben als ein Standardlinienbus oder ein Hybridbus. Nach gut vier Monaten gehen die frisch gebackenen Busfahrerinnen in Begleitung eines erfahrenen Lehrfahrers zum ersten Mal „auf Linie“. Nach zwei Wochen ist dann jede auf sich alleine gestellt.