Seit heute rollen sie auf Lübecks Straßen: zwei neue Elektrobusse der Firma „Sileo“ für den Stadtverkehr und die LVG. „Wir starten nun mit Linienbussen, die zu 100 % elektrisch angetrieben werden, “, freut sich Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehrs. „Dies ist der Beginn für den Aufbau einer ganzen Flotte“. Stadtverkehr und LVG sind damit Vorreiter in Schleswig Holstein und der Metropolregion Hamburg. Die beiden 12 m langen Standardlinienfahrzeuge sind das neue Aushängeschild für den Fortschritt des Verkehrsunternehmens. „Wir wollen nicht mehr über Elektromobilität reden, sondern jetzt diese zukunftsweisende Technologie schrittweise einführen“, so Nibbe. Ab heute geht das erste Fahrzeug in den Echtbetrieb. Mit Bordrechner und Ticketsystem ausgestattet werden die E-Busse auf der Linie 21 und Linie 33 eingesetzt. Auch Ulrich Pluschkell, Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtverkehrs, ist überzeugt: „Mit dem Einstieg in die echte E-Mobilität leistet der Stadtverkehr einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz weltweit. E-Busse bedeuten weniger Verkehrslärm und Abgase in den Straßen Lübecks.“

 

Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt die deutsch-türkische Firma Sileo mit Sitz in Salzgitter den Zuschlag. Sie ist derzeit einer der führenden Hersteller auf dem Elektromarkt Busverkehr.

Die im auffälligen blauen und roten Design gestalteten Linienfahrzeuge wurden in der vergangenen Woche direkt aus dem Hersteller–Werk in Salzgitter auf eigener Achse zum Betriebshof am Ratekauer Weg gefahren. Dies war ohne Probleme machbar. Die Batterie des Fahrzeuges hat eine Reichweite von bis zu 350 km. Das ist für die Tagesleistung eines Linienfahrzeuges im städtischen Linienverkehr ohne Risiko ausreichend. Aufgeladen werden die beiden Neulinge über Nacht in der Abstellhalle des Stadtverkehrs vorerst mit extra dafür vorgesehenen Ladegeräten, die an 63-Ampere-Steckdosen angeschlossen werden. Damit ist eine Ladung unterwegs mit der dafür erforderlichen Infrastruktur nicht mehr notwendig.

In einem 3-Stufen-Konzept soll die zukünftige Stromversorgung auf dem Betriebshof für einen kompletten Fahrzeugpark mit bis zu 200 Fahrzeugen bis 2030 ausgebaut werden. „Bis Ende des Sommers ist die 1. Stufe der Stromversorgung für bis zu 25 Fahrzeugen fertiggestellt. Wann Stufe 2 und 3 folgen, steht derzeit noch nicht fest“, sagt Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehrs. „Die sukzessive weitere Beschaffung von Elektrofahrzeugen ist nach wie vor abhängig von Fördermitteln, der technologischen Weiterentwicklung und der Preise“, so Nibbe.

Im Januar diesen Jahres erhielten Stadtverkehr und LVG vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin insgesamt 280.000€ Fördermittel für die Anschaffung der Fahrzeuge und Einrichtung der Ladeinfrastruktur. Die Kosten für einen Linienbus betragen rund 500.000 €, doppelt so viel wie für einen herkömmlicher Bus.

Das kürzlich neu aufgelegte Förderprogramm der Bundesregierung für Elektrotechnologie bietet u. U. die Chance, die Beschaffung zwei weiterer Fahrzeuge zu planen. Bis dahin könnten auch andere namhafte Nutzfahrzeughersteller in Deutschland in der Lage sein, interessante Angebote abzugeben.

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